Sa

24

Dez

2011

Gedanken zu Weihnachten und zur Lebenszeit

Mein erster Blogeintrag ist nun ausgerechnet an Heiligabend... Es ist mir interessanterweise grade heute ein Bedürfnis, meine Gedanken in die Welt zu bringen. Für mich ist Weihnachten vor allem eine Zeit der Ruhe und Beschaulichkeit, auch der Innenschau. Ich bin nicht wirklich christlich, verbinde aber mit Weihnachten Werte wie Liebe, Mitgefühl und Reflektion. Allerdings wünsche ich mir die Umsetzung dieser Werte ganzjährig.

 

Daher bekomme ich an Weihnachten auch schnell ein schlechtes Gefühl, all dieser Austausch von oft aufgesetzten Nettigkeiten, materiellen Gütern und erzwungener Harmonie macht mich unruhig.

 

Bevor ich gleich mit meiner Wahlfamilie ohne all das einen beschaulichen Abend  verbringen werde, möchte ich gerne noch ein paar Gedanken los werden...

 

Ich habe gestern einen Kinofilm gesehen, der mich immer noch bewegt und nachdenklich macht. Der Film heisst "IN TIME – DEINE ZEIT LAEUFT AB".

 

Hier eine kurze Beschreibung des Films:

Der Film versetzte uns gestern Abend in eine Welt, in der die offizielle Währung Geld durch Zeit ersetzt wird. Mit 25 Jahren hören die Menschen auf zu altern. Sie sind genetisch so ausgestattet, dass sie nur noch ein Jahr lang überleben können, es sei denn sie schaffen es, sich einen Ausweg zu erkaufen. Die Reichen können sich Tausende von Jahren und somit ewige Jugend und Unsterblichkeit erkaufen, während die Armen betteln, leihen und Minute für Minute stehlen, nur um den Tag zu überstehen.

 

Der Film war ein Zukunftsscenario, aber ich habe die ganze Zeit gedacht: Das ist doch bereits Realität!" Ist es nicht so, dass wir uns Lebenszeit erkaufen?

 

Wie viele Menschen definieren sich denn über das, was sie auf Ihrem Konto haben? Für wie viele Menschen ist die Zahl auf dem Konto ein Maßstab Ihres Selbstwertes?

 

Wie viele Menschen können sich nicht mal eine medizinische Grundversorgung leisten, und zählen daher wirklich die Minuten?

 

Ich erlebe es grade bei Selbständigen immer wieder, dass die Zahl auf dem Konto in Tage, Wochen, Monate umgerechnet wird, die man damit "wieder schaffen kann". Die Zahl auf dem Konto ist für so viele für die persönliche Befindlichkeit ausschlaggebend.

 

Ist dieser Film also wirklich nur ein Zukunftsscenario? Oder sind wir nicht alle ständig dabei, uns Lebenszeit, teils für einen sehr hohen Preis, zu erkaufen?

 

Erliegen wir nicht einer Täuschung, wenn wir glauben, immer mehr Geld würde dazu führen, dass wir ein glückliches Leben haben? Wann leben wir denn dann eigentlich wirklich?

 

Ich höre so oft von Menschen die Worte "Arbeitszeit" und "Freizeit". Die Arbeitszeit ist dazu da, die Freizeit zu finanzieren. Aber was, wenn die Arbeit sich so nagativ auf die Gesundheit auswirkt, dass die Freizeit zur Krankzeit oder Regenerationszeit wird?

 

Wann findet denn dann das wirkliche Leben statt?

 

Ich habe meine Antwort darauf gefunden. Für mich gibt es weder Arbeits- noch Freizeit. Es gibt nur Lebenszeit. Und die möchte ich leben, jede Sekunde mit Dingen füllen, die für mich das Leben lebenswert machen. Für mich ist es widersinnig, Dinge zu tun, die Geld sprich Lebenszeit bringen, in der ich dann aber wieder nur Dinge tue, die noch mehr Geld bringen, um irgendwann mal zu leben.

 

Ich wünsche Ihnen zu Weihnachten nur eins: Dass Sie jede Sekunde Ihrer Lebenszeit genießen können, sich dafür entscheiden, wirklich zu leben und nichts aufzuschieben. Dass Sie einer Tätigkeit nachgehen können, die Sie erfüllt und erfolgreich macht!

 

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

 

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Annika Matern Annika Matern: Strategie- und Marketingberaterin, systemischer Coach

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